Vom Minijob zur Geschäftsführerin klingt nach dem amerikanischen Traum? Für Sevgi ist dieser Weg Realität geworden. Sie bekam nach einem 1€-Job einen Ausbildungsplatz im Café „Die Weltküche“, heute ist sie Geschäftsführerin. Sie kommt aus der Düttmann-Siedlung und erzählt persönlich von den Schwierigkeiten mit vollem Einsatz im Job zu stehen und trotzdem alleinerziehend die Familie richtig zu versorgen.

Unter dem Motto “Bewohner zeigen die Vielfalt der Siedlung” wurde in der Siedlung in Berlin Kreuzberg ein partizipativ-journalistisches Projekt ins Leben gerufen. Hauptverantwortlich für Konzeption und Umsetzung war der Kiez.FM e.V., der Medienprojekte entwickelt, bei denen der Bürger selbst im Mittelpunkt steht.

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Die Werner-Düttmann-Siedlung wurde in den 1980er Jahren im Bezirk Kreuzberg gebaut. Foto: Kiez.fm

Das Projekt

Es wird in Berlin häufiger mal über die Düttmann-Siedlung, einem Wohngebiet mit ca. 3.000 Einwohnern, berichtet. Mal mehr, mal weniger qualitativ. Das Problem ist jedoch ganz klar: Die Bewohner der “Dütti” können dieser Berichtserstattung nichts entgegensetzen, die Schlagzeilen bleiben in den Köpfen hängen. Die “Dütti-Doku” soll das ändern: Es wurden Kernkompetenzen zum Umgang mit Medien vermittelt und die nötige Infrastruktur, eine Website, aufgebaut. Die Bewohner selbst sollten ein Bild ihrer Siedlung vermitteln. Dazu konnten die Teilnehmer einen zweimonatigen Workshop besuchen, in welchem Themen gesucht und diskutiert wurde. Ebenso wurden journalistische Techniken vermittelt. Am Ende standen 54 Ideen für Audiobeiträge bereit.

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Die Fläche der Siedlung bildet beinahe ein Quadrat, das im Norden von der Urbanstraße, im Osten von der Jahnstraße, im Süden von der Hasenheide und im Westen von der Graefestraße abgegrenzt wird. Foto: Kiez.fm

Im Mittelpunkt der Webdokumentation stehen Portraits der Menschen, die in der Siedlung leben oder sich besonders engagieren. Die Teilnehmer am Projekt konnten frei entscheiden wie Sie die Interviews führen oder welche Bilder sie verwenden. Im April 2015 ging das Projekt mit zehn Portraits an den Start, mittlerweile sind 12 Beiträge zu hören. Weitere sollen folgen. Man kann beispielsweise den elfjährigen Jungs und besten Freunden Mohammed und Ali zuhören, wie Sie über die Jugendstätte “Graefekids” berichten oder Einblicke in die ehrenamtliche Arbeit des Anwalts Jörg Schindler bekommen.

Warum anhören?

Ein wunderbares und beispielhaftes Projekt um die Bewohner der “Dütti” und den Stadtteil selbst kennen zu lernen, aber auch zu einer Teilhabe zu animieren. Die Portraits sind von sehr guter Qualität und zeigen ganz verschiedene Personen, welche wiederrum auf Ihre jeweils eigene Art sehr besonders sind.

Insgesamt fügen sich diese dann zu einem wunderbaren Mosaik zusammen, der die Siedlung greifbarer macht und zum Nachdenken anregt. Das gesamte audioguideMe Team ist begeistert und wartet voller Vorfreude auf die nächsten Beiträge!

Hier findet Ihr die Siedlung im Netz: www.webdoku-duettmann-siedlung.de
In der App findet Ihr das Projekt einfach unter dem Suchbegriff, bzw. Hashtag: #Dütti

Ein Artikel von Finn Köhler

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