Die MichelApp – Mit Beacon-Technologie das Hamburger Wahrzeichen neu entdecken

Einige von Euch werden es in letzter Zeit schon bemerkt haben: neben unserer App audioguideMe Stories entstehen gerade weitere Anwendungen, durch die wir unsere „Vision der sprechenden Orte“ vorantreiben möchten. So habt Ihr evtl. den Start unseres jüngsten Gemeinschaftsprojektes „Hello Hamburg – The Newcomer’s Handbook“ mitbekommen oder den einen oder anderen kryptischen Facebook-Post, der auf interessante Aktivitäten inkl. höchster Geheimhaltungsstufe hinwies…mit dieser Zurückhaltung soll nun erstmal Schluss sein! Wir freuen uns wirklich sehr, den roten Vorhang zu lüften und Euch an unserer Arbeit der letzten Monate teilhaben zu lassen. Seit Donnerstag vergangener Woche hat der Hamburger Michel eine eigene App. Ihr habt richtig gelesen: DER Hamburger Michel, das Wahrzeichen dieser Stadt, eine der bekanntesten Barockkirchen Deutschlands hat jetzt eine Smartphone-App! … und wir haben sie gebaut…also die App ; )

In diesem Beitrag möchten wir Euch gerne etwas über die Entstehungsgeschichte erzählen, erste Einblicke geben und einige Insights und Hintergrundwissen mit Euch teilen:

„Der Entdeckermodus“ – Turm, Kirche und Krypta

Die Startseite der MichelApp Nach dem Herunterladen der App, stehen drei Bereiche für Eure Entdeckertour zur Auswahl. Entscheidet Euch, welchen Bereich der Hauptkirche Ihr erkunden möchtet und schon kann es losgehen! Die App zeigt Euch dann auf dem entsprechenden Lageplan, an welchen Punkten spannende Geschichten und Informationen auf Euch warten. Nähert Ihr Euch einem dieser Punkte, meldet sich die App automatisch mit einem kleinen Hinweis bei Euch. Möglich wird dies, durch den Einsatz von Beacon-Technologie anhand derer die App mit Funksendern im Raum kommunizieren kann. Beacons (zu deutsch: Leuchtfeuer), sind kleine Minisender, die via Bluetooth Daten an Euer Smartphone senden können. Der Einsatz von Beacons ermöglicht in diesem Fall ein freies Bewegen im Raum, ohne sich strikt an den Ablauf einer Tour oder eines Rundgangs halten zu müssen. Besucher bringen oft – neben z.T. ganz unterschiedlichen Interessen – auch unterschiedlich viel Zeit mit. Im Zusammenspiel mit dem inhaltlichen Aufbau der Beiträge, erlaubt die App jedem Nutzer somit, seinen Michelbesuch stärker zu individualisieren. Schon vor dem offiziellen Start, konnte sich die MichelApp übrigens über prominente Unterstützung freuen. So wurden die hörenswerten Audiobeiträge von der bekannten und äußerst sympathischen NDR-Moderatorin Anke Harnack eingesprochen. Entstanden sind tolle Produktionen, die Euren nächsten Michelbesuch nochmal um ein hörenswertes Klangerlebnis erweitern. Seid gespannt!

Auf gute Zusammenarbeit!

Location-based Storytelling, oder standortbasierte Wissensvermittlung ist ein weites und nach wie vor erstaunlich unerschlossenes Gebiet. Wir sind nun schon einige Tage in diesem Bereich unterwegs und machten dabei des Öfteren die Erfahrung, dass sich einige Anwendungssegmente leider nicht optimal in unsere bisherigen Arbeiten integrieren lassen. Ein Feld, bei dem dies besonders offensichtlich wird, sind z.B. alle Arten von Führungskonzepten im Indoor-Bereich. Ob Führungen durch Museen oder historische Schlösser und Burgen, überall gibt es unglaublich spannende Geschichten zu erzählen. Als kartenbasierte App arbeitet audioguideMe ja primär mit dem GPS-Modul. In den genannten Fällen stoßen wir daher oftmals an (steinerne) Grenzen und viele Orte blieben uns deshalb bislang leider verschlossen…so auch Kirchen. Umso erfreuter waren wir, als uns die Kirche Sankt Michaelis zu einem Termin in ihre beeindruckenden Räumlichkeiten einlud. Über einen gemeinsamen Kontakt, (viele Grüße und vielen Dank an den wunderbaren Alex Milde von Finekost!) hatte die evangelische Hauptkirche von audioguideMe erfahren und wollte über mögliche Formen der Zusammenarbeit sprechen.

Beacon-Technologie in der MichelAppErfreulicherweise hat der Michel mit Thorsten Schulze einen Geschäftsführer, der hochinteressiert an neuen digitalen Möglichkeiten ist und viel eher Chance als Risiko im Ausloten neuer Spielarten sieht, Besuchern den Hamburger Michel und seine Geschichte näher zu bringen. In ersten konzeptionellen Gesprächen wurde schnell klar, dass diese Zusammenarbeit über eine „normale“ Kooperation auf unserer Plattform hinausgehen und in einer eigenständigen App münden wird. So war es dann auch der Geschäftsführer selbst, der uns bat, näher auf die Einsatzmöglichkeiten von Beacon-Technologie einzugehen. Für uns ist es natürlich immer ein absoluter Glücksfall, wenn ein Partner ganz explizit neue und innovative Anwendungsszenarien entwickeln möchte. Bei der Entwicklung des Konzepts und der Anwendung standen 5 Erkenntnisse/Grundannahmen im Vordergrund:

• Technik nicht als Selbstzweck! So neu eine Technologie auch sein mag, unserem Verständnis nach, sollte sie nicht im Vordergrund stehen. Die Daseinsberechtigung einer Anwendung und die Wertschätzung beim Nutzer entstehen nach wie vor durch das Erlebnis und die vermittelten Inhalte. Die Technik kann spielerische Zugänge schaffen und Abläufe erleichtern, sollte aber nicht zum Selbstzweck werden.

• Kleine Hilfestellungen statt großer Bedienungsanleitung! Der Umgang mit Beacon-Technologie ist bislang den wenigsten Menschen vertraut, es gibt kein gelerntes Verhalten, auf welches man aufbauen könnte. Der Umgang mit der neuen Technik sollte spielerisch erlernt werden können. An entscheidenden Stellen muss die App kleine Hilfestellungen geben ohne das Gesamterlebnis zu stören.

• Barrierearm! Die Mediengattungen Text, Bild und Audio sollten in der Anwendung so gleichberechtigt wie möglich auftreten und dem Anwender die Wahl lassen. So ist die App für sehbehinderte Menschen gleichermaßen nutzbar, wie bspw. für Analphabeten oder Hörgeschädigte.

• Kompatibilität! Es ist vergleichsweise einfach, eine Anwendung zu entwickeln, die sich ausschließlich an Besitzer der neuesten iPhone-Generation richtet. Man optimiert die Software auf einen Typ Hardware und alles läuft zufriedenstellend. Der Michel ist jedoch eine zentrale Institution Hamburgs und hat im Jahr ca. 1,5 Mio. Besucher. Somit sollte auch das digitale Angebot für so viele Menschen wie möglich zugänglich sein, ganz gleich wie viel Geld sie für ihr Smartphone ausgeben möchten oder können. Die MichelApp ist demnach bis zur Android Version 4.4. abwärtskompatibel und läuft auch auf IPhones mit einem älteren Betriebssystem, iOS 8.

• Technik, die den sakralen Raum respektiert! Wenngleich der Michel ein touristisches Highlight und somit ein echter Publikumsmagnet ist, ist er in erster Linie auch kirchlicher Raum. So ist bspw. das Abspielen der Audiobeiträge während eines Aufenthalts im Michel nur mit Kopfhörern möglich, um die anderen Besucher nicht zu stören. Selbiges Prinzip galt auch für die Positionierung der Beacons im Raum: so war eine Anforderung, Zurückhaltung zu wahren und die kleinen Sender so versteckt wie möglich anzubringen, ohne ihre Sendeleistung und/oder Präzision einzuschränken. Für die Applikation verwenden wir übrigens Beacons des ziemlich coolen Y-Combinator Startups Estimote. Der Support ist super, die Entwickler-Community groß und außerdem finden wir ihre Beacons sehr schick (auch wenn Ihr sie im Kircheninnenraum nicht finden werdet).

Wie Ihr Euch vorstellen könnt, sind wir im Zuge dieser Arbeiten zu echten Stammgästen des Hamburger Wahrzeichens geworden. Sei es in luftiger Höhe, beim Anbringen von MichelBeacons im Turm oder auch in den dunkelsten Ecken der Krypta – unser Blick auf die bekannteste Kirche Norddeutschlands ist seitdem ein anderer.

Okay, wo gibt’s das Teil?

Die MichelApp findet Ihr ab sofort im App Store und bei Google Play. Wenn Ihr also das nächste Mal unserer schönen Heimatstadt die Ehre erweist, dann schaut unbedingt auch im Hamburger Michel vorbei. Wir sind gespannt auf Euer Feedback und würden uns natürlich total über eine (hoffentlich positive) Bewertung und Rezension freuen. Falls Ihr übrigens erst unterwegs von der neuen App erfahren solltet, haben die umsichtigen Verantwortlichen der Kirche auch hierfür eine absolute Top-Lösung geschaffen. Pünktlich zum Start hat der Anbieter wilhelm.tel einen Access Point für MobyKlick, das öffentliche und kostenfreie Hamburger WLAN-Netz eingerichtet. Ihr könnt Euch also ganz einfach vor dem Besuch auf dem Vorplatz der Kirche mit dem WLAN verbinden und somit Euer Daten-Volumen schonen.

Wer nicht mehr so lange warten möchte, kann sich auch bereits einen tollen Beitrag von Sat1 dazu anschauen oder den Artikel bei den netten Kollegen vom Hamburger Abendblatt lesen.

Abschließend möchten wir uns ganz herzlich bei Herrn Thorsten Schulze und Herrn Kutz sowie beim gesamten MichelApp-Team für die wirklich tolle und angenehme Zusammenarbeit bedanken! Es hat uns großen Spaß gemacht und wir sind dankbar, in so einem motivierten Team an diesem interessanten Projekt arbeiten zu dürfen. Wir freuen uns schon sehr auf neue Ideen und eine spannende Weiterentwicklung!

So, das ist heute mal etwas ausführlicher geworden. Aber es gibt wirklich nicht oft so erfreuliche Neuigkeiten dieser Größenordnung und wir wollten Euch einfach umfänglich informieren und unsere Freude mit Euch teilen!

Lasst es Euch gut gehen und bis bald! – Eure audioguideMe Jungs

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