Die vergangenen Wochen hätten ereignisreicher nicht sein können. Vor zwei Wochen erreichte uns die erfreuliche Nachricht, dass wir es bis ins Halbfinale des Telekom Innovation Contest 2014 geschafft haben. Der Wettbewerb wurde 2013 von den Telekom Innovation Laboratories in Berlin sowie T-Mobile Poland und Magyar Telekom in Ungarn ins Leben gerufen. 2014 unterstützten zudem alle Inkubatoren der Deutschen Telekom – Hubraum in Berlin, Krakau und Tel Aviv sowie Kitchen Budapest den Ideenwettbewerb. Im Frühjahr bewarben sich insgesamt 326 Teams aus 39 Ländern und vier Kontinenten. Die Freude war selbstverständlich groß und wir fühlten uns geehrt. Es folgte eine Einladung nach Berlin für zwei Tage samt Präsentationstraining, welches seinen krönenden Abschluss in der sehenswerten 19. Etage der Telekom Innovation Laboratories fand, bei jeder Menge Pizza & Bier.

Wir lernten viele nette Leute und wirklich interessante Startups kennen. Falls Ihr ein bisschen Zeit und Lust habt, dann schaut z.B. mal bei folgenden herrlichen Kollegen vorbei: SEMFOX, Contagt oder Communikite. Tags darauf – der Tag des Halbfinales – hatten alle Teams dann Gelegenheit, auf der wunderbaren re:publica vor versammeltem Publikum das eigene Projekt präsentieren zu dürfen. Einige Impressionen könnt Ihr Euch bei Interesse hier und auch hier anschauen. Für das internationale Finale in Krakau hat es leider nicht gereicht. Für uns geht das völlig in Ordnung – wir nehmen einen ziemlichen Erfahrungszuwachs mit, insbesondere, was effiziente Präsentationen auf Englisch anbelangt. Vielen Dank an dieser Stelle an die Veranstalter!

Berlin hat eine wirklich große, interessante Startup-Szene – ein Umfeld, in dem es absolut überlebensnotwendig scheint, das eigene Projekt auch morgens um 5:00 Uhr innerhalb von 30 Sekunden noch gut verkaufen zu können. Definitiv ein interessanter „Skill“, an dem wir arbeiten werden. Was übrig bleibt von diesen zwei sehr intensiven Tagen ist jedoch auch die Erkenntnis, wie wohl wir uns in Hamburg und in der Hamburger Startup-Szene fühlen. Etwas kleiner – ja familiärer – finden wir hier ein ebenso kreatives und produktives Umfeld vor, in dem wir gerne wachsen, viel lernen und uns verbessern. Wir lieben diese Stadt! Vielen Dank an dieser Stelle auch an die großartige Sina Gritzuhn von Hamburg Startups, die uns auch in Berlin zur Seite stand und mit der die Zusammenarbeit immer eine große Freude ist.

Ein willkommenes Kontrastprogramm stand dann in der letzten Woche an. Dank der freundlichen Einladung durch die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) hatten wir die Gelegenheit der diesjährigen Fachtagung des Bürgerfunks in Bad Honnef beizuwohnen und auch hier unser Projekt vorstellen zu dürfen. Für uns – die wir nun keine klassische Radiovergangenheit vorweisen können – war diese Tagung mit Sicherheit eine der lehrreichsten und lohnendsten Veranstaltungen bisher in diesem Jahr.

Informativ und ebenso sympathisch war die einleitende Keynote von Marcus Engert, Chefredakteur und Mitgründer des ziemlich coolen detektor.fm, der interessante Einblicke in seine Arbeit und nicht weniger interessante Ausblicke zur Zukunft des Radios lieferte. Zusammen mit dem Hamburger Stefan Westphal führte er durch die zwei Tage der Konferenz. Wer sich einmal eingehender mit möglichen Zukunftsszenarien des Radios und dem sogenannten digitalen Dispositiv auseinandersetzen möchte, dem sei hier auch Website und Buch von Stefan empfohlen, der an anderer Stelle auf diesem Blog ebenfalls schon mal Erwähnung fand.
Zwei wirklich sympathische, intelligente Köpfe bei denen wir uns total freuen, sie kennengelernt zu haben.

Klassischer Bürgerfunk hat erheblich mehr mit unserem Projekt gemeinsam als es uns und den anwesenden Bürgerfunkern zunächst klar gewesen sein dürfte. Zum einen wäre da unsere gemeinsame Vorliebe für das Lokale. Das Web wird zunehmend lokaler, wir verfügen heute über die Möglichkeit, Geschichten und Informationen metergenau an Ort und Stelle ihres Bezugs anbieten zu können. Dies geschieht frei vom Kampf um regionale Relevanz oder Sendeplätze in einem linearen Programm. Ähnlich der Verlagswelt, befindet sich auch die Radiobranche im Wandel. Man plant den Übergang ins Web, hat Hoffnungen, aber eben auch gewisse Vorbehalte und Sorgen bzgl. dieser (noch) ungewissen Zukunft. Auch die Sorge um schwindende journalistische Qualitätskriterien gilt es hier ernst zu nehmen. Gemeinsam an Lösungen für diese Zeit zu arbeiten ist für uns eine spannende Herausforderung, der wir uns intensiv widmen möchten. Unser noch junges Projekt wurde mit so großem Interesse aufgenommen, dass wir sehr optimistisch in die mittelfristige Zukunft blicken.

Was übrig bleibt von diesen zwei sehr intensiven Tagen: Wir kehren sehr gestärkt und zuversichtlich zurück nach Hamburg – in der Gewissheit, viele tolle neue Projekte demnächst auf unserer Plattform begrüßen zu dürfen. Es ist wirklich schön und eine wahre Freude, so viele interessante und nette Menschen kennenlernen zu dürfen. Bad Honnef – wir kommen gerne wieder!

So, das war es jetzt erstmal von unserer Seite. Habt einen schönen Start in die Woche und bis bald, Eure audioguideMe-Jungs!

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