Speicherstadt. Ein Mittwoch. Es ist kurz vor zwölf und ich besuche Herrn Brummermann an seinem Arbeitsplatz. Dass er die Position des stellvertretenden Leiters im Oberhafenamt einmal übernehmen würde, hätte er nicht gedacht. Seine Karriere startet so, wie die meisten Seemänner es kennen werden. Er hat sein Patent gemacht und fuhr zur See. Andreas Brummermann bereiste die Welt. Ostasien, Südamerika und Neuseeland. Wobei letzteres ihm ganz besonders in Erinnerung geblieben ist. Früher, so sagt er, hatte man selbst im kleinsten Hafen mindestens eine Woche Liegezeit. Auch wenn er damals nicht viel Geld hatte um das Land tatsächlich zu erkunden, erinnert er sich gerne daran zurück. Heute, so Brummermann, sind die Zeiten anders. Geld ist genug da, die Zeit würde jedoch fehlen. Die Seemänner hätten gar nicht die Möglichkeit ihr Geld wirklich auszugeben und den Aufenthalt zu genießen. Heute ist alles mehr getaktet.

Wofür ist das Oberhafenamt zuständig?

Das Oberhafenamt- oder auch Hamburg Port Authority, ist generell für die Sicherheit und die Umweltverträglichkeit verantwortlich. Bei großen Naturkatastrophen steht das Oberhafenamt zum Beispiel in permanenter Bereitschaft und zwar rund um die Uhr. Das Oberhafenamt ist auch Hamburgs größte Eventagentur, auch wenn es keiner erwartet. Alle Veranstaltungen, die auf dem Wasser stattfinden, werden von der HPA geplant und durchgeführt.

Der Arbeitsplatz von Herrn Brummermann liegt im 2. Stock, Bilder von Schiffen und Seefahrtskarten des Hamburger Hafens schmücken die Wände. Die meiste Zeit ist er im Büro und koordiniert, bildet den Nachwunsch aus und kümmert sich um eine reibungslose Zusammenarbeit der verschiedenen Ämter innerhalb des Hafens. Für ihn sind sowohl Schiffstaufen als auch große Veranstaltungen ein Highlight. Große Containerschiffe sicher zu ihrem Liegeplatz zu bringen, ist bis heute eine Herausforderung. Die Schiffe werden immer größer und breiter, die Elbe wurde schon dementsprechend angepasst. Monatelange Arbeit steckt in diesem Manöver. Es wird genau berechnet: Wie viele Schlepper benötigt werden, wie viel Platz sie an der Kaimauer brauchen und an welcher Stelle der Elbe sie sich drehen können.  Und auch wenn es fast Alltag ist, solche Schiffe im Hamburger Hafen zu sehen, ist es dennoch jedes Mal eine neue Herausforderung.

Brummermann, Hafen, Hamburg, Oberhafenamt

Ein Seemann an Land

Es heißt, Seemänner können sich nicht an einem Ort wohlfühlen können. Aber wenn Herrn Brummermann morgens mit dem Rad zur Arbeit fährt, nimmt er nie den kürzesten Weg. Er fährt an der Elbe entlang, genießt den Blick auf die vorbeifahrenden Schiffe und ist froh, in so einer schönen Stadt wie Hamburg zu leben. Dass er zu dem Stadtbild was dazu beitragen kann, macht ihn stolz. In Zukunft möchte Herr Brummermann weiter sein Bestes geben, um den Hafen sicher, schön und umweltfreundlich zu gestalten.

 

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