Am Museumshafen Oevelgönne angekommen, bleibe ich kurz stehen und schaue mich um. Ich treffe mich mit Till F. Braun, dem Besitzer des alten Zollschiffes “Präsident Schaefer”. Es ist Flut, auflaufendes Wasser. Zu meiner linken Seite sehe ich alte Festmacherboote und Barkassen. Zwischendrin liegt auch “Präsident Schaefer”, eine alte Zollbarkasse von 1925, die von Till Braun gepflegt und betrieben wird. Auf dem Restaurantschiff “Bergedorf” sind wir verabredet. Es regnet und es ist kalt. Dennoch setzten wir uns auf das obere Deck- von dort haben wir einen guten Blick auf ihn. Mit “ihn” meine ich die alte Zollbarkasse “Präsident Schaefer”. Denn für Till ist das alte Dienstschiff nicht nur ein Schiff. “Er” ist auch nicht nur ein Hobby. Für Till ist er ein Schiff, welches Geschichten erzählt. Über 90 Jahre verbringt “Präsident Schaefer” schon im Hamburger Hafen. 60 Jahre davon diente er der Stadt Hamburg als Zollboot zwischen Überseebrücke und dem heutigen Musicalzelt.

Till F. Braun, der Retter

Eigentlich sollte der “Präsident”, wie er auch manchmal genannt wird, verschrottet werden. 1985 gab das Museum für Hamburgische Geschichte der Zollbarkasse ein Zuhause. Aufgrund von Finanzmittelstreichung, stand er 1995 wieder zum Verkauf und wanderte zu privaten Eignern, unter anderem auch der Familie der Schauspielerin Helga Feddersen, die heute noch ein Bekleidungsgeschäft in der Deichstrasse betreiben. Till F. Braun wollte es dann 2013 nicht zulassen, dass “Präsident Schaefer” von Menschen gekauft wird, die sich nicht für die Technik des Schiffes und die Geschichte dahinter interessieren und es womöglich an einen Ort legen, der keinen Bezug zur Geschichte des Schiffes gehabt hätte. Er kaufte ihn und restauriert und pflegt seitdem den “Präsidenten” im Museumshafen Oevelgönne. Natürlich fährt er auch mit ihm raus auf die Elbe und lädt Gäste auch über soziale Netzwerke dazu ein, die sich für alte Schifftechnik interessieren.

Til F. Braun, Schiff, Elbe, Präsident Schäfer

Till interessiert sich für die Geschichte des Schiffes. Ab und an meldet sich ein ehemaliger Zöllner über soziale Netzwerke und die beiden kommen ins Plaudern. So kommen viele Geschichten zusammen, die Till gerne an seine Gäste an Bord gerne weiter erzählt.  

„Präsident Schaefer“, der nach dem ehemaligen Senator und Finanzpräsidenten Bruno Ludwig Schaefer benannt wurde, bekommt durch Till und dem Museumshafen Oevelgönne ein weiteres Leben. Der Schiffsingenieur muss nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld in den Erhalt des Schiffes investieren. Die genaue Planung von Reparaturen und des Budgets sind daher ungemein wichtig. Die schönen Momente die er erlebt, wenn er mit seinem “Präsident Schaefer” beim Hafengeburtstag mitfährt, oder einfach einen Ausflug auf der Elbe macht, lassen ihn jeden Stress vergessen. Es herrscht immer ein anderer Wind, ein anderer Wasserstand, ein anderes Licht- die Atmosphäre im Hafen, jede Ausfahrt ist ein neues Erlebnis, nicht nur für die Seele. Till glaubt, er sei süchtig nach dem Hamburger Hafen und der Elbe, den Menschen und den Schiffen, die im Hafen tagein tagaus unterwegs sind und so den Puls Hamburgs als Hafenstadt massgeblich mitbestimmen.

Präsident Schäfer, Hamburg , Elbe, Schiff, Zollbarkasse

Foto: SWagner-Foto

 

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