Das omnipräsente Schlagwort „Wissenstransfer“ beschreibt den Austausch und das Beziehungsverhältnis zwischen Wissenschaft und Praxis. Perspektiventransfer hat es bislang zu keinem eigenen Wikipedia-Artikel geschafft, gehört jedoch unbedingt dazu und ist genauso wichtig. Schon in einem sehr frühen Stadium unseres Projektes hatten wir eine bestimmte Vorstellung, wie wir diese zwei Formen des Transfers zukünftig in unsere Arbeit integrieren möchten.

Während der Konzeptionsphase haben wir stets Wert darauf gelegt, nichts unhinterfragt zu lassen. Für viele Bereiche gibt es betriebswirtschaftliche „Best Practices“, doch auf einem neuen Spielfeld muss auch gespielt werden können. Wenn man etwas Neues erschaffen möchte, sollte nichts einfach als „gängige Praxis“ angesehen werden.

Der hochgeschätzte Martin Weigert, vom lesenswerten Blog „netzwertig“, hat in einem Artikel von 2009 mal bemerkenswert treffende Worte dafür gefunden, die über die Jahre nichts an Gültigkeit eingebüßt haben:
[testimonial_item name=“(Martin Weigert; 2009)“]Es fehlt an Naivität. Es fehlt an einer gewissen Prise Leichtgläubigkeit, an kindlicher Neugier, an unvoreingenommener Experimentierfreudigkeit in Bereichen, die auf den ersten Blick hoffnungslos oder unmöglich erscheinen.[/testimonial_item]
Seine Analyse bezog sich damals auf die Probleme der deutschen Internetwirtschaft, wirkliche Innovationen am Markt zu platzieren. Auch wenn sich die Situation landesweit etwas entspannt haben mag – eine sehr nüchterne, bisweilen unkreative Denkweise ist dennoch allgegenwärtig spürbar. „Wie viele Plattformen für Coupons und Rabattmarken gab es doch gleich?“

Auch wir stießen während der Konzeption – öfter als uns lieb war – an Grenzen des Machbaren. Leicht läuft man in solchen Situationen Gefahr umzukehren oder ans vermeintlich rettende Ufer zu schwimmen. Wenn die Sorgen verflogen sind und sich der Nebel legt, stellt man dann evtl. fest, dass man (ohne es zu merken) ein Portal zum Vergleichen von Kfz-Versicherungen gegründet hat –  ein Albtraum! Bei uns war es gerade in den schwersten Momenten der besagte Austausch, also der Dialog zweier Blickwinkel, der die notwendige Balance herstellte und zu einer zufriedenstellenden Lösung führte. An dieser Stelle setzt unsere Vorstellung eines gelungenen Transfers an:

Ein Ort, an dem Idealismus, Experimentierfreudigkeit und Wagemut nahezu unberührt von äußeren Einflüssen existieren, ist die Universität. Als (halbwegs interessierter) Student trägt man – beinahe unausweichlich – eine wertvolle Ressource in sich, der es bedarf, um etwas Außergewöhnliches zu erschaffen: Eine erfrischende, unvoreingenommene Sicht auf die Dinge. Dieser Perspektive entspringt oft große Kreativität.

Dem gegenüber steht natürlich der unternehmerische Alltag, an dem sich letztlich all jene Ideen messen lassen müssen. Beide Perspektiven sind so notwendig wie erhaltenswert und erst ihr Dialog führt oftmals zum gewünschten Ergebnis. Genau dies wollen wir, auf personeller und struktureller Ebene, in der Architektur unseres Projekts verankern und zwar von Anfang an.

Der diesjährige Bachelor-Abschlussjahrgang des Studienganges Medien- und Kommunikationsmanagement der Hochschule Fresenius in Hamburg bot genau die vielversprechenden Anknüpfungspunkte und Möglichkeiten, die einen solchen Austausch so attraktiv werden lassen. In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. York von Borcke bekamen wir freundlicherweise die Möglichkeit, sechs Veranstaltungen im Rahmen seines Seminars „Media Management und Entrepreneurship“ zu gestalten. Ein bewusst sehr offen gehaltener Projektplan ermöglichte einen spielerischen, aber dennoch  intensiven Einstieg in die Materie. In angenehmer Atmosphäre erarbeiteten wir gemeinsam anstehende Herausforderungen. Das thematische Spektrum reichte hier von der Skizzierung möglicher Social Media Kampagnen, bis hin zu Fragen der Monetarisierung und Erschließung neuer Zielgruppen. Anschließend konnten die Studenten dann Lösungsansätze und neue Sichtweisen entwerfen und diese im Seminar vorstellen. Wir waren jede Woche aufs Neue gespannt und stets überrascht über die Vielfalt der Ergebnisse.

Wir haben die Zeit an der Hochschule Fresenius sehr genossen und wünschen allen beteiligten Studenten viel Erfolg bei ihren Abschlussarbeiten und alles Gute auf ihrem beruflichen Weg. Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an Prof. Dr. von Borcke und die Hochschule Fresenius, die uns hervorragende Rahmenbedingungen für dieses Praxisseminar ermöglichten.

Auch in Zukunft möchten wir versuchen, Studenten vieler Fachrichtungen in unsere Entwicklung mit einzubeziehen. Wir freuen uns darauf, zusammen mit motivierten und neugierigen Studenten an aktuellen Herausforderungen unseres Projektes zu arbeiten und sind gespannt auf ihre Perspektive!

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