Wir hoffen Ihr hattet alle eine erholsame, angenehme Weihnachtszeit und seid gut ins neue Jahr gestartet. Heute ist es wieder Zeit für eine neue Ausgabe unserer noch jungen Rubrik „Zugehört“, in der wir Euch regelmäßig interessante Podcasts und Produzenten anderer akustischer Leckerbissen vorstellen möchten und die jeweiligen Macher selbst zu Wort kommen lassen wollen. In der ersten Folge haben wir Daniel zu seinem tollen Luftpost-Podcast interviewt. Nicht weniger hörenswert geht es nun in die zweite Runde.

Die Radioreise versorgt ihre Hörer regelmäßig mit spannenden Reportagen aus allen Teilen der Welt. Hinter diesem hörenswerten Projekt stehen Alexander Tauscher und Dominik Kollmann, die sich auf sympathische Weise ergänzen und jeden Zuhörer durch anschauliche Berichte, authentische O-Töne, Atmosphäre und Musik mit auf ihre Reisen rund um den Erdball nehmen. Wir freuen uns sehr, dass die beiden auch bei uns mit dabei sind und sagen Vorhang bzw. Ohren auf für die Macher der Radioreise!

Du betreibst, zusammen mit Dominik Kollmann, radioreise.com. Worüber berichtest Du dort?

Ich berichte über meine Reisen in Nah und Fern, über Menschen, die ich treffe, über fremde Kulturen und besondere Projekte. Ich berichte über tolle Hotels und Wellness-Tempel genauso wie über urige Hütten.

Wie bist Du auf diese Idee gekommen und wann hast Du damit begonnen?

Zunächst: Reisejournalismus ist mein absolutes Hobby, mit dem ich keinen Cent verdiene, es macht mir wahnsinnig Spaß. Zum „berichtenden Reisen“ bin ich durch Zufall im Jahr 2003 gekommen, als mein damaliger Arbeitgeber mir eine Pressereise anbot. Zunächst habe ich für das Reise-Format der BLR produziert. Das ganze passierte in einem formatierten Korsett und war später nur noch über Sponsoren möglich. So wuchs bei Dominik und mir die Idee, ein eigenes Format zu gründen. Ich entwickelte die Sendung und wir starteten beim damaligen Sender downtownradio Munich und bei Radio Feierwerk sowie als Podcast. Ein lieber Radiokollege wurde darauf aufmerksam, ihm gefiel das Format – so vermittelte er den Kontakt zu baden.fm. Dort in Freiburg war man gerade auf der Suche nach einer wortlastigen Sendestrecke, um den Wortanteil im Gesamtprogramm zu erhöhen. Nach und nach kam der andere Radiosender hinzu – und ich hoffe auf weitere.

Audio ist ein wunderbares Format. War es eine leichte Entscheidung nicht auf Video sondern „nur“ auf Audio zu setzen?

Da ich von Video kaum Ahnung und ehrlich gesagt auch wenig Lust auf Video hatte und habe, stellte sich diese Frage nicht. Gleichwohl gebe ich zu: Auf so manchen Reisen denke ich mir „dieses Motiv könnte man jetzt auch gut im Film festhalten“. Daher ergänzen wir die Podcasts auch durch Fotos und in seltenen Fällen kurze Filme.

Du hast jetzt schon ziemlich viele Episoden aufgenommen. Im Vergleich zu Deinen Anfängen: Wo findest Du hast Du Dich am meisten verbessert?

In der Aufbereitung und Präsentation der Sendung. Die ersten Folgen wirken aus heutiger Sicht noch etwas starr und monologhaft. Damals habe ich Dominik weniger einbezogen – heute ist es ein Frage- und Antwortspiel, in dem ich ganz klar den roten Faden zeige. Damals wie heute produziere ich die Sendung allein.

Wie entscheidest Du, worüber Du als nächstes berichtest?

Da ich auch Einladungen zu Presserecherchen annehme, folge ich oft diesen Angeboten und damit Destinationen. Hier lasse ich mich mitunter auch überraschen. Natürlich habe ich Ziele fürs Jahr, die lassen sich dann aber nicht immer umsetzen.

Wie bleibt man nach so langer Zeit noch bei Laune? Hast Du Tipps für eine langfristige Motivation?

Mir macht es nach wie vor Spaß, weil ich wirklich zu 100 Prozent von der Sendung überzeugt bin. Ich bin auch ein wenig stolz, eine Sendung mit so hohem Wortanteil und einer darin auch oft exotischen Musik für Privatradios produzieren zu dürfen. Es macht Spaß, die Erinnerungen der Reise im Ton festzuhalten und damit auch für andere erlebbar zu machen. Das Lob von Reiseteilnehmern gibt mir immer wieder neuen Ansporn, wie auch das Interesse Eurer App.

Wie lange brauchst Du ungefähr bis Du eine Episode fertiggestellt hast?

Nach der Reise brauche ich ca. 20 bis 30 Stunden. Das hängt auch davon ab, ob es viele Töne zum Overvoicen gibt und wieviel Atmo und Musik ich einbauen kann. Schließlich muss ich auch einen Termin mit Dominik zur Aufzeichnung finden – und anschließend den Podcast fertig machen. All das ist Zeit – Zeit, die aber oft wie im Flug vergeht. Aber so manch ein Wochenende und viele Feierabende gehen drauf. Ich hoffe man hört in der Sendung, wie viel Arbeit drin steckt…

Bei Deinem Projekt ist der Ortsbezug Deiner Audios besonders wichtig. Bist Du an allen Orten, über die Du berichtest, schon gewesen?

An den allermeisten Orten bin ich selbst gewesen. Es gibt ganz wenige Ausnahmen: Auf der ITB machte ich vor einigen Jahren ein paar Interviews zu Aruba, Südafrika und Scharjah – dort bin ich selbst nicht gewesen – ebenso auf Zanzibar. Aber das sage ich dann auch in der Sendung, mal mehr mal weniger direkt. Es wird nicht getäuscht.

Welche Technik verwendest Du für die Produktion?

Ich habe auf meinen Radioreisen schlicht und einfach ein Flashmic Mikro dabei und fürs Backup noch ein zweites. Geschnitten wird mit üblicher Software.

Was war Dein schönstes Feedback?

Als mir ein Moderator bei baden.fm sagte, dass er die Sendung „Schiffsreisen“ so toll findet, dass er sie besonders oft einsetzt. Aber auch Eure Anfrage freut mich sehr.

Außer auf Deiner Website und auf audioguideMe, wo kann man Deine Beiträge noch hören?

Im Radio derzeit unter anderem auf baden.fm / Schwarzwaldradio / Radio Saarbrücken / Antenne Frankfurt / Hamburger Lokalradio sowie einigen Internetsendern und zum Nachhören zum Beispiel über Podhost und andere Portale.

 

radioreise

Über die Profilsuche (Suchfunktion auf Eurem eigenen Profil) gelangt Ihr zur Radioreise.

 

 

Hast Du Tipps für Menschen, die mit Podcasten anfangen möchten oder kürzlich angefangen haben?

Ich bin auch wie die Jungfrau zum Kinde dazu gekommen. Ich kann deshalb nur sagen: Wichtig ist eine Qualität und Kontinuität.

Wir möchten, dass unsere Plattform ein Platz für die verschiedensten ortsbezogenen Berichte und Geschichten wird. Hast Du für uns noch ein paar Tipps, oder gibt es Dinge die Du Dir hierfür wünschen würdest?

Ich wünsche mir schlicht und einfach, dass möglichst viele Menschen, die unsere Sendung noch nicht kannten, über Eure Plattform darauf aufmerksam werden – und ich würde mir wünschen, dass der eine oder andere Radiosender ebenfalls anbeißt. Es ist eine Sendung, die in dieser Form einzigartig im deutschen Radio ist!

One Comment

  1. Schöne Sendung die ich gerne auf Kultradio verfolge. Verbesserungspotential einzig und allein in der Musik zwischen dem Bericht, Kultradio spielt da irgendwas, schöner wäre wenn die Musik in der Stunde passend zum Reiseziel wäre aber das ist sicher nicht dem Produzenten anzulasten. Danke für die schöne, manchmal fast etwas zu kurze Sendung…

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