Der Luftpost-Podcast wird von Daniel Büchele moderiert. Das Konzept ist einfach aber genial: Spannende Länder, interessante Leute, tolle Geschichten. In einem Interview-Format holt er verschiedenste Globetrotter, Weltenbummler und Urlauber vor das Mikrofon und unterhält sich mit ihnen über ihre Reisen.

Ein Format, das uns sofort begeisterte und von dessen Macher wir unbedingt mehr erfahren wollten!

 

Du betreibst www.luftpost-podcast.de. Worüber berichtest Du dort?

Ich spreche mit Reisenden über ihre Erfahrungen und Eindrücke, die sie auf ihren Reisen gewonnen haben. Eine Episode dreht sich dabei meist um ein Land oder eine Stadt. Wir sprechen über Kultur, Sehenswürdigkeiten, Erlebtes, Geschichte, Essen und alles was es sonst noch so an einem Land oder einer Stadt zu entdecken gibt. Ein bisschen wie ein Reiseführer, nur viel persönlicher.

Wie bist Du auf diese Idee gekommen und wann hast Du damit begonnen?

Mein Freundeskreis und auch ich sind sehr reiselustig. Aber wenn man zurück von einer Reise kommt muss man immer wieder die gleichen Urlaubsgeschichten erzählen. Wie war’s? Was hast du erlebt? Was das Wetter schön? Da habe ich mir gedacht, das könnte man doch aufnehmen und jede(r) Interessierte kann es sich anhören. Die erste Episode erschien 2010, die Idee zu Luftpost hatte ich aber schon einige Zeit vorher.

Was machst Du im normalen Leben? Erzählst Du uns was über Deine Person?

Ich studiere Medieninformatik an der LMU in München und bin zur Zeit als iOS-Entwickler bei Wooga (http://wooga.com) in Berlin. Alles Digitale hat mich schon immer fasziniert und da liegt es für mich nahe auch selbst digitale Dinge zu kreiren – egal ob Podcasts, Apps, Fotografie oder Video. Ein paar der Dinge die ich gemacht habe findet man auf meiner Webseite (http://buechele.cc)

Audio ist ein wunderbares Format. War es eine leichte Entscheidung, nicht auf Video, sondern „nur“ auf Audio zu setzen?

Kurz gesagt, ja! Ich höre selbst viele Podcasts, wenn ich unterwegs bin, auf den Bus warte, mit dem Fahrrad fahre. Egal wo, Audioinhalte kann man immer nebenbei konsumieren, das ist bei Video nicht der Fall. Das erlaubt einem längere Formate zu produzieren.

Du hast jetzt schon ziemlich viele Episoden aufgenommen. Im Vergleich zu Deinen Anfängen: Wo findest Du hast Du Dich am meisten verbessert?

Ich lerne auf allen Ebenen dazu: Die technische Seite habe ich mittlerweile ganz gut unter Kontrolle aber in Sachen Interview-Stil kann ich glaube ich noch viel lernen. Das war ein Thema über das ich mir zu Beginn gar keine Gedanken gemacht habe, aber ich merke wie wichtige das für eine interessante Episode ist.

Wie entscheidest Du, worüber Du als nächstes berichtest?

Ich bin in der glücklichen Lage, dass sich auf meine Aufrufe hin eigentlich immer Leute bei mir melden, die eine spannende Geschichte zu erzählen haben. Meist entscheiden dann ganz banale Dinge, welches Land ich als nächstes verpodcaste. Ist ein Interview-Partner zufällig in der Nähe und hat Zeit vereinbare ich direkt ein Interview. Ansonsten richte ich mich bei der Auswahl der Länder und Episoden einfach nach meinem persönlichen Interesse und natürlich auch der Nachfrage der Hörer. Ich möchte das für jeden was dabei ist: Der Abendteuertrip durch den Dschungel, die Fahrradtour in den Alpen oder auch Städtetouren.

Wie bleibt man nach so langer Zeit noch bei Laune? Hast Du Tipps für eine langfristige Motivation?

Gute Frage! Im Prinzip weiß ich das auch nicht. Bei mir ist es einfach so, dass ich die Reisegeschichten auch selbst hören möchte. Ich mach den Podcast also nicht nur für die Hörer sondern auch für mich.

Wie lange brauchst Du ungefähr bis Du eine Episode fertiggestellt hast?

Das hinter der Produktion einer Episode viel mehr steckt, als nur das Interview habe ich auch erst lernen müssen. Grob kann man sagen, dass die komplette Produktion das doppelte der Episodendauer in Anspruch nimmt. Angefangen mit Terminkoordination mit den Interviewpartnern über den Schnitt bis hin zum Schreiben der Shownotes und Serverwartung.

 

luftpost

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Bei Deinem Projekt ist der Ortsbezug Deiner Audios besonders wichtig. Bist Du in allen Orten, über die Du berichtest, schon gewesen?

Leider nicht. Obwohl einige Episoden auch meine eigenen Reisen behandeln sind die meisten doch Interviews mit anderen Reisenden. Aber nach jeder Aufnahme denke ich mir: „Wow, dort muss ich auch mal in der Urlaub hinfahren.“

Welche Technik verwendest Du für die Produktion?

Ich verwende ein digitales Mischpult (Yamaha 01V) an dem ich Großmembranmikrofone habe, aufgenommen wird dann im Rechner. Viele Interviews mache ich mittlerweile per Skpye. Dabei nimmt mein Interview-Partner lokal bei sich auf und schickt mir am Ende seine Aufnahme. So habe ich eine höhere Audioqualität, als direkt per Skype. Ich könnte stundenlang über das Setup reden, aber wen es interessiert findet weitere Details auf der Luftpost Seite (http://luftpost-podcast.de/technik/). Insgesamt habe ich etwa 600€ für das Equipment ausgegeben und bin sehr zufrieden damit.

Was war Dein schönstes Feedback?

Als ich mit Linda die Episode über Brasilien (http://luftpost-podcast.de/brasilien) aufnahm fragte ich sie, woher sie den Podcast denn überhaupt kennt. Sie studiert Touristik und meint, dass sie garnicht mehr wüsste wer ihr den Podcast empfohlen hat, aber er quasi zum Standardrepertoire in ihrem Studiengang gehört. Das hat mich sehr gefreut!

Außer auf Deiner Website und auf audioguideMe, wo kann man Deine Beiträge noch hören?

Tatsächlich wurde auch schon mal ein Teil der Nordkorea-Episode (http://luftpost-podcast.de/nordkorea2/) im „echten“ Radio, bei Radio Fritz gespielt, aber das ist nicht der Normalfall. Die allermeisten hören Luftpost mit einem Podcast-Client auf ihrem Smartphone aber auch im Webradio „ReliveRadio“ (http://reliveradio.de) kommen ab und an meine Episoden.

Hast Du Tipps für Menschen, die mit Podcasten anfangen möchten oder kürzlich angefangen haben?

Wenn man auch relevante Hörerzahlen erreichen möchte muss man eine Nische finden, in der es vielleicht noch nichts gibt, die sich aber für Audioinhalte anbietet. Mir ist das mit dem Thema „Reisen“ gelungen. Und dann muss man einfach am Ball bleiben. Wenn man gute Inhalte hat kommen auch die Hörer. Das kann mitunter aber auch mehrere Monate oder sogar Jahre dauern.

Wir möchten, dass unsere Plattform ein Platz für die verschiedensten ortsbezogenen Berichte und Geschichten wird. Hast Du für uns noch ein paar Tipps, oder gibt es Dinge die Du Dir hierfür wünschen würdest?

Mir gefällt eure Idee wirklich gut. Als ich auf meinen Reisen mit einem uralten Audioguide durch Museen lief dachte ich mir schon immer, dass es doch da was moderneres geben muss. Wenn ich in ein paar Jahren durch die Altstadt von Peking laufen kann und mein iPhone mir an jeder Ecke eine kleine Geschichte zum jeweiligen Ort erzählt wäre das wahnsinnig cool!

Vielen Dank für das ausführliche Interview!

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