Vor drei Wochen haben wir ja einen kleinen Ausflug in den Süden unternommen. In Nürnberg hatten wir das Vergnügen Markus Wolf kennenzulernen. Zusammen mit Daniel Bendl hat er 2012 den Podcast „Nürnberg und so“ ins Leben gerufen. Wir haben uns mit Markus über sein interessantes Projekt unterhalten und freuen uns über eine schöne neue Kooperation!

Hallo Markus,

Euer hörenswerter Podcast „Nürnberg und so“ ist im Oktober 2012 gestartet, wie kamt Ihr auf die Idee? Gibst Du uns einen kurzen Einblick in die Entstehungsgeschichte?

Die Faszination Radio hat mich nicht mehr losgelassen, seit ich als 15 Jähriger in einigen lokalen Radiostationen ausgeholfen habe. Zusammen mit Daniel – Mitgründer von ‚Nürnberg und so’ hatten wir schon 2005 den Wunsch einen eigenen Podcast zu starten. Damals wollten wir den Inhalt aber stark auf Webdesign und Webentwicklung auslegen. Als Studio hatten wir damals zwei sehr bequeme Ledersessel in einem gerade eröffneten Kaffeehaus im Auge – vor allen Gästen und mit Hintergrundgeräuschen. Leider hat es aus Zeitgründen nie geklappt. Auf die Idee einen Podcast zu produzieren kamen wir dann erst wieder Anfang 2012 zurück, als wir die Lust verspürten, Gespräche mit faszinierenden Menschen zu vertiefen. Menschen, die wir in unserem Alltag getroffen haben, aber leider zu wenig Zeit hatten uns ausführlicher mit ihnen zu beschäftigen. Somit war die Idee wiedergeboren und wir überlegten diesmal nicht lange sondern legten einfach los.

Was machst Du im „normalen“ Leben? Erzählst Du uns was über Deine Person?

In meinem „normalen“ Leben arbeite ich als Innovations-Manager beim Verlag Wolters Kluwer Deutschland in Köln und betreue den Geschäftsbereich Regulatory. Darunter fallen bei uns z.B. Tagesmütter, Schule, Kitas, aber auch Krankenkassen, öffentliche Träger und vieles mehr. Bevor ich als Innovations-Manager tätig wurde, studierte ich erst Informatik und dann noch Kommunikations-Design. Mein Weg führte mich über mehrere Städte Deutschlands schließlich nach Köln und Nürnberg. Meine Aufgabe bei Wolters Kluwer ist es einerseits in strategischen Projekten die Konzeption und das UX Design maßgeblich zu prägen und alle beteiligten Kolleginnen und Kollegen langsam an innovativere und aktuelle Lösungen heranzuführen. Andererseits unterstütze ich Produktmanager und Business Developer mit Problemlösungen und übernehme neben der Konzeption und dem UX Design auch schon mal die eine oder andere Abstimmung mit der IT. Wichtig ist mir, dass ich die Eigenmotivation der Mitarbeiter wecke und sie bereit sind, sich durch mich faszinieren zu lassen.

In Eurem Podcast stellt Ihr regelmäßig interessante Personen der Region vor. Ihr habt dabei ein beachtliches thematisches Spektrum: Vom Patissier zur See bis zum Messerschärfer mit traditioneller japanischer Ausbildung kommen die unterschiedlichsten Menschen zu Wort. Wie findet Ihr all diese interessanten Gesprächspartner und Geschichten?

Zu Beginn war es noch schwer, Gäste zu überreden, Gast zu werden. Heute ist es eher umgekehrt und die Gäste kommen auf uns zu. Viele bereits interviewte Gäste haben wir aber schon lange vor den Podcastfolgen kennen gelernt und die Aufnahme dazu genutzt, uns mit der alten Freundin oder Freund wieder einmal zu treffen und angenehm zu plaudern. Wir sind weiterhin getrieben von unserer Faszination für neue und außergewöhnliche Themen und laufen immer mit einem offenen Ohr durch die Region. Dabei hilft mir sicherlich auch mein Job als Innovations-Manager, denn dort komme ich durch ganz Deutschland und treffe immer wieder neue begeisterte Personen.

Mal eine Frage zur Produktion: Wie lange braucht Ihr ungefähr bis eine Episode fertiggestellt ist und welche Technik verwendet Ihr?

Die Vorbereitung einer neuen Sendung erfolgt in mehreren Schritten. Erst einmal führen wir ein Einführungsgespräch mit dem Gast, lieber persönlich oder alternativ am Telefon. Wir erklären den Ablauf und versuchen schon die Themen herauszuhören, auf die der Gast ganz besonders „abgeht“. Dann erfolgt die eigentliche Aufnahme und dafür planen wir immer ca. 2-3 Stunden ein, da neben Einleitungstexten, Begrüßung und verschieden Fotos auch manchmal die Respekt vor dem Mikrofon beim Gast gelöst werden muss. Wir setzten auf ein analoges Mischpult und nehmen direkt mit Garageband auf. Als Backup läuft die Aufnahme auch auf ein mobiles Aufnahmegerät über den XLR Ausgang des Mischpults. Wir setzten mittlerweile Funk-Mikrofone ein und ich habe ein Headset auf, da ich noch das Ausgangssignal prüfe und eingreifen kann, falls wieder mal ein Kabel bricht oder das ein oder andere Mikrofon den Geist aufgibt.

Zu Beginn hatten wir eine Folge in ca. 1 Stunde fertig geschnitten, heute brauche ich ca. 3-4 Stunden, da mein Anspruch an die Audioaufbereitung gestiegen ist. Außerdem wird noch das Bildmaterial aufbereitet und ein passender Text zur Folge geschrieben.

Nürnberg und so auf audioguideMe

Über die Profilsuche (Suchfunktion auf Eurem eigenen Profil) gelangt Ihr zu Nürnberg und so.

Welches Interview bzw. welcher Gast hat Dich persönlich bislang am meisten fasziniert und warum war das so?

Es gibt definitiv keinen Gast, der mir am besten gefallen hat. Ich fand alle Gäste bis jetzt wunderbar und es wäre auch schade, wenn wir Gäste einladen würden, deren Faszination wir nicht teilen würden. Ich glaube die für uns persönlich interessantesten Gäste sind immer die, von deren Themen wir nur sehr wenig wissen. Das war bei mir z.B bei Andrea Dahlhaus zum Thema ‚Ballett’ und Thomas Holz zum Thema ‚Messerschärfen’ so.

Gibt es einen Wunschkandidaten, den Ihr gerne mal interviewen würdet?

Ja, da ich aus einer Familie komme, in der jeder hervorragend kochen kann und Kochen nicht nur Leidenschaft, sondern auch Kunst und Kultur ist, würde ich gerne Alexander Hermann als Gast für ‚Nürnberg und so’ haben.

Ausgehend von Eurem Podcast seid Ihr in den vergangenen 1,5 Jahren ganz schön gewachsen. Mittlerweile gibt es bei Euch ja auch einen regelmäßigen Newsletter und einen lesenswerten Blog an dem z.T. auch Gastautoren mitwirken. Was ist für die Zukunft geplant, kannst Du uns da schon etwas verraten?

Nach einigen Folgen des Podcast haben wir bemerkt, dass uns noch viel mehr Themen in der Region faszinieren und wir diesen Themen und Personen auch eine Plattform geben möchten andere an ihrer Faszination teilhaben zu lassen. Aus diesem Grund haben wir begonnen Artikel zu schreiben. Mit wachsendem Erfolg und stetig steigenden Besucherzahlen suchten wir auch das Gespräch mit anderen regionalen Bloggern und haben erkannt, dass den meisten ein Austausch untereinander fehlt und jeder für sich arbeitet und veröffentlicht. Das wollen wir ändern, wir fördern schon seit längerem den Austausch der Blogger untereinander und versuchen mit ‚Nürnberg uns so’ Bloggern eine Plattform zu geben, sich selbst mit ihren Artikeln zu refinanzieren. Wir unterstützen die Autoren bei der Redaktionsarbeit und übernehmen neben den technischen Themen auch die Refinanzierung und das Auftreten nach außen. Ziel ist es, möglichst viele Autoren dazu zubewegen, eine Regionalzeitung zu schaffen, die wir alle gerne online lesen möchten. Natürlich OHNE Werbebanner!

Hast Du zwei, drei Tipps für Interessierte, die selbst mit Podcasten anfangen möchten?

Tipp 1: Fangt einfach an

Tipp 2: Fangt einfach an

Tipp 3: Wenn ihr bis jetzt noch nicht angefangen habt, dann schnappt euch ein iRig, schließt es an iPhone, iPod oder Android an und legt los. Veröffentlichen könnt ihr erstmal bei Soundcloud.

Welche Podcasts hörst Du selbst regelmäßig? Kannst Du uns etwas empfehlen?

Oh, ich höre sehr viele Podcasts, angefangen von WRINT, CRE (Chaos Radio Express), Schweinfurt und so, Bits und so, Neuland, NSFW (Not safe for Work) um nur einige zu nennen. Ganz besonders gerne höre ich Podcasts von und mit Holger Klein (@holgi) 🙂

Wir möchten, dass audioguideMe eine Plattform für die verschiedensten Geschichten und deren Handlungsorte wird. Hast Du für uns noch ein paar Tipps, oder gibt es Dinge, die Du Dir hierfür wünschen würdest?

Ich glaube, wenn Ihr die Aufnahmefunktion in einer separaten App packt und dafür dann die Oberfläche des Audioguides stark vereinfacht, werdet Ihr eine wunderbare Lösung haben. Denkt aber bitte auch gleich an eine internationale Version und versucht mehr Inhalte zu akquirieren. Wir von ‚Nürnberg und so’ haben ja extra für die lokalen Dienste wie euch genaue Positionsdaten mit in den Feed eingebaut. Wenn Ihr die Feeds automatisch einlesen könnt, hättet ihr auch mehr Zeit, um von eurem Projekt zu erzählen. Vielleicht setzt sich ja unsere Definition der Positionsdaten durch und schon in einigen Jahren haben Podcast und Artikel im Feed automatisch genaue Positionsdaten enthalten.

Vielen Dank für dieses interessante und ausführliche Gespräch!

 

 

 

 

 

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