Wir freuen uns sehr, Euch heute einen weiteren Kooperationspartner vorzustellen. Martin Hausding ist der Produzent des hörenswerten Greenpeace Greencast.

Der Greencast ist der offizielle Podcast von Greenpeace Berlin und auch der bekannteste Umwelt-Podcast im gesamten deutschsprachigen Raum. Für den Greenpeace-Greencast berichtet Martin über wichtige aktuelle Themen und Aktionen und führt zudem spannende Interviews mit interessanten Gästen. Die Bandbreite erstreckt sich hierbei von einem Gespräch mit einem Diplombraumeister über die Produktion von Bio-Bier über den problematischen Anbau von Genkartoffeln – bis hin zu einem interessanten Gespräch mit der Meeresbiologin Iris Menn über den Schutz der Antarktis. Die Beiträge werden hauptsächlich über die eigene Internetpräsenz veröffentlicht, und erfreulicherweise ab jetzt auch bei uns!

Hallo Martin, Du produzierst regelmäßig den überaus hörenswerten Greencast. Verrätst Du uns noch etwas mehr über Deine Person? Was machst Du sonst noch und was interessiert Dich ganz aktuell?

Neben dem Greencast bin ich Gruppenleiter der Berliner Greenpeace Gruppe. Ich bin also verantwortlich für 250 kreative Ehrenamtliche die sich in Berlin für die Umwelt einsetzen. Was viel Spaß macht, aber natürlich auch keine leichte Aufgabe ist. Immer wieder gibt es aber Momente die einem zeigen „Hey das ist wichtig was wir machen und wir erreichen unsere Ziele – verbessern unseren kleinen Planeten ein wenig“. Das treibt mich an, ich kann nicht einfach nur zuschauen und über alle meckern. Neben der ehrenamtlichen Arbeit für Greenpeace, verdiene ich meine Brötchen in der Fernsehtechnik in den Medien. Daher kommt dann auch das technische Wissen, was mir bei der Produktion des Greencast sehr hilft.

Anhand welcher Kriterien entscheidest Du über welches Projekt Du als Nächstes in Deinem Podcast berichten wirst?

Das ist ganz unterschiedlich. Durch meine Arbeit bei Greenpeace bin ich inzwischen recht gut vernetzt und bekomme daher auch vieles durch Bekannte und Freunde mit, was es grad Neues gibt. Dann bin ich natürlich in den Sozialen Netzwerken unterwegs und auch dort läuft einem immer wieder das eine oder andere spannende Projekt über den Weg. Und schlussendlich erkennen immer mehr Organisationen oder Greenpeace Campaigner, dass sie in mir auch einen Verbreitungsweg haben.

Über all diese Wege kommen spannende Themen oder Projekte an mich heran und schlussendlich nehme ich die, welche ich selbst am interessantesten finde oder Themen über die Hörer mich schon gebeten haben zu berichten.

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Unserer Plattform bot sich bei dieser Zusammenarbeit die interessante Möglichkeit, diese Themen nicht nur lokal zu verorten, sondern komplexe Themen durch diese einfache Form der Visualisierung anschaulich aufzubereiten und evtl. einen neuen Zugang zur behandelten Thematik zu ermöglichen – ein spannendes Experiment, auf das wir uns freuen. Neugierde oder auch Wissbegierde zu entfachen, ist etwas Wunderbares. Sie motiviert uns, Dinge begreifen zu wollen. Unsere Offenheit und Auffassungsbereitschaft verbessern sich, wenn einmal unsere Neugier geweckt wurde.

Neugier entsteht zum Beispiel bei einem schweifenden Blick über die Weltkarte. Plötzlich springt einem eine einzige Pinnadel mitten im Ozean, ins Auge. Das scheint im ersten Moment ein ungewöhnlicher Ort für eine Story zu sein, allerdings handelt es sich hierbei nicht um einen Positionierungsfehler sondern um einen spannenden Beitrag über die Versauerung der Ozeane.

Diesen und weitere hörenswerte Beiträge, wie auch „Eicare“, ein interessantes Projekt der Marktgesellschaft Naturland, könnt Ihr im Greencast regelmäßig verfolgen.

Hast Du Dich schon immer für Umweltschutz interessiert und wie kam es zu der Idee für den Greencast?

Nein, um sich für die Umwelt einzusetzen braucht es einen Weg. Bei einigen ist er länger bei anderen kürzer. Ich habe ein wenig gebraucht, von dem reinen Interesse für moderne Technik, wie Solar- und Windkraft, über die Möglichkeit eine Umweltschutzorganisation wie Greenpeace finanziell zu unterstützen. Bis hin zu der Frage, was passiert eigentlich mit meinem Geld? Mit der Frage landete ich dann bei Greenpeace Berlin und der Chance des ehrenamtlichen Engagements – selber etwas zu bewegen.

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Meinen Audiopodcast Greenpeace Greencast gibt es seit 2010. Ich hatte einige Jahre zuvor für mich das Podcast hören gefunden, es gab viele tolle kleine und große Projekte die spannende Podcasts machten. Ich suchte dann nach ökologischen Podcasts oder am besten gleich einen von Greenpeace, aber leider gab es keinen. Kurz war der Entschluss gefasst, mit meiner Begeisterung für Podcasts und meinem technischen Vorwissen diesen einfach selbst ins Leben zu rufen.

Du bist jetzt schon über 4 Jahre dabei. Was sind Deine bisherigen Höhepunkte gewesen, was Deine größten Herausforderungen?

Das könnte sogar ein und das Selbe bei mir sein. Ich war inzwischen zweimal privat bei den Castorprotesten im Wendland. Und beim zweiten Mal habe ich mich dann getraut in den wenigen Sachen, die man dort im Rucksack dabei hat, mein Aufnahme-Equipment mitzunehmen, um dort Interviews aufzuzeichnen. Diese besondere Stimmung, die in der Zeit im Wendland herrscht, wollte ich einfangen. Ohne aber das Risiko mein Equipment an die Polizei zu verlieren oder es durch Wind und Wetter kaputt gehen zu lassen. Das war nicht ganz einfach, aber Rückblickend definitiv ein prägendes Ereignis.

Aber auch ohne die große Action gibt es immer wieder Herausforderungen. Ich habe bereits zweimal vom Greenpeace Energy – Energiekongress berichtet. Was nicht einfach ist, denn ich muss an vielen Orten zur gleichen Zeit sein. So zeichne ich mehrere Panels zur gleichen Zeit mit. Führe Interviews mit Referenten die sich auf das nächste Panel vorbereiten und versuche gleichzeitig in den laufenden Panels spannende Themen und Interviewpartner zu erkennen und Termine mit ihnen auszumachen. Nach den zwei Tagen Kongress brauch ich dann aber ein wenig Ruhe, denn man läuft sehr viel und muss sich alle paar Minuten in neue Themen und Gesprächspartner hineindenken. Sonst kommt schlussendlich kein gutes Interview bei raus oder man stellt den richtigen Leuten die falschen Fragen. Gute Vorbereitung ist da alles.

Kennst du noch andere interessante Podcasts zu umweltrelevanten Themen, kannst Du uns da etwas empfehlen?

Leider nein. Das war ja auch mein Ansatz selber einen Umweltpodcast zu machen, weil es leider keinen deutschsprachigen Umweltpodcast gibt. Einzig „Umwelt und Verbraucher“ vom Deutschlandradio höre ich gern. Die Sendung gibt es quasi als Podcast zum abonnieren, es ist aber natürlich nur ein Radiomitschnitt.

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Für Greenpeace Berlin sind mehr als 250 Berliner und Berlinerinnen tätig, hier findet sich ein buntes Potpourri an verschiedensten Menschen, von Schülern und Arbeitssuchenden bis hin zu Anwälten und Rentnern. Allein der Altersdurchschnitt spricht für eine breite Vielfalt, die Greenpeace-Berlin unterstützen. Zusätzlich kann Greenpeace Berlin auch auf ein „Team 50plus“, eine Jugendgruppe (JAG), auf viele GreenTeams und eine Presse-und Öffentlichkeits-Arbeitsgruppe zurückgreifen. Mithilfe von Infoständen, großen Aktionen, vielen Demonstrationen, Mahnwachen und Vorträgen erreichen sie in Berlin einen breiten Teil der Bevölkerung – schön, dass auch wir nun etwas dazu beitragen können. Seit 1981 ist Greenpeace in Berlin aktiv und arbeitet im Hinblick auf Themen wie Energie, Kohle, Atom, Landwirtschaft und Gentechnik sowie Wälder und Meere.

Viele Menschen setzen sich ehrenamtlich für Greenpeace ein, welche (unterschiedlichen) Möglichkeiten gibt es, bei Euch tätig zu werden?

Es gibt eigentlich so viele, wie es unterschiedliche Menschen gibt. Es gibt Schüler und Jugendliche, die nach der Schule und in den Ferien Aktionen zu vielen Greenpeace-Themen machen. Vorträge in ihren eigenen Schulen halten und ihren Mitschülern zeigen wie cool und einfach Umweltengagement sein kann.

Wir haben Studenten, Familien, Arbeiter und Arbeitslose, die alle das bisschen an Zeit was sie haben einbringen. Uns bei der Pressearbeit unterstützen, uns bei den handwerklichen Sachen helfen – um die vielen Tools, die wir für Aktionen nutzen, herzustellen, andere planen neue Aktionen, arbeiten bei der Kampagnenarbeit mit, Fotografieren und Filmen uns bei Aktionen, und vieles mehr.

Bis hin zu unseren Rentnern, die mit Ihrer vielen Erfahrung ihre Freizeit opfern, um mit Aktionen und Vorträgen auf wichtige Umweltprobleme hinzuweisen. Somit haben wir dann in Berlin Ehrenamtliche Aktive im Alter von 14-87 Jahren und auch alle Schichten der Bevölkerung vertreten. Also jeder der Aktiv werden möchte wird eine Möglichkeit dazu bei uns finden.

 

Vielen Dank Martin für dieses interessante Gespräch und wir freuen uns schon sehr auf neue Folgen von Dir!

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