Heute ist es mal wieder an der Zeit für eine neue Folge „Zugehört“ – unsere Blogserie in der wir Euch regelmäßig interessante Projekte und originelle Kooperationspartner vorstellen möchten. In der letzten Folge hatten wir die Ehre, uns mit Markus aus Nürnberg über sein Projekt zu unterhalten. Dieses Mal bleiben wir im Norden, doch unser Weg führt uns ein Stück weiter westlich von Hamburg: nach Bremerhaven.

Hier treffen wir einen echten Liebhaber und Experten der Bremerhavener Kulturlandschaft. Seid gespannt und begrüßt mit uns Thorsten von http://www.havenrauschen.de!

Hallo Thorsten, du hast zwei sehr interessante Podcast Projekte ins Leben gerufen. Wie bist Du auf die Ideen hierfür gekommen und wann hast Du damit begonnen?

Die Idee ist beim Hören anderer Podcasts wie beispielsweise CRE Chaosradio Express oder omega tau entstanden. Dies sind beides Interview-Podcasts die versuchen Dinge, die die Interviewer interessieren, durch das Interview besser verständlich zu machen.
Da die Technik einen Podcast zu produzieren immer einfacher wurde hatte ich 2010 das erste Mal die Idee, das Ganze für die Themen auszuprobieren, die mich interessieren. (Theater, Windkraft und Spannendes aus meiner Heimatstadt).

Ich habe mir ein Audio-Interface und Mikrofone gekauft, um dann festzustellen, dass ich das Falsche gekauft habe. Aus verschiedenen Gründen ruhte das Ganze dann bis Oktober 2012. Ab diesem Zeitpunkt gibt es den Podcast über das Theater und über Bremerhaven. An dem dritten über die Windkraft arbeite ich noch…

Was machst Du im „normalen“ Leben? Erzählst Du uns was über Deine Person?

Im „normalen“ Leben verkaufe ich nach einigen Umwegen seit 2000 PKW.
Wie in diesem Gewerbe „üblich“ habe ich in dieser Zeit einige Marken kennengelernt. Mercedes – Renault/Dacia – Mitsubishi – Audi – Peugeot – Seat.

Zu mir: Ich bin 1972 geboren, habe einen älteren Bruder und eine Zwillingsschwester. Wenn ich Zeit habe und das Wetter gut genug ist, fahre ich mit dem Fahrrad durch -und um Bremerhaven, gerne auch mit Kamera.

Wie findest Du Deine Themen? Was inspiriert Dich?

Beim Theater führt meist ein Interview zum nächsten. Ursprünglich hatte ich vor, ganz hierarchisch vorzugehen. Das hat sich schnell als undurchführbar herausgestellt. Jetzt bitte ich die aktuellen Interviewpartner um Vorschläge und Empfehlungen.

Mich inspirieren inspirierte Menschen. Das klingt sehr flach ist aber sehr wahr.
Menschen, die für das, was sie tun „brennen“ sprechen, darauf angesprochen, fast von selbst und zeigen eigentlich immer neue unerwartete Perspektiven auf.

Wie lange brauchst Du ungefähr bis Du eine Episode fertiggestellt hast?

Wenn ich weiß, wer der nächste Interview-Partner ist, dauert die Vorbereitung durch Internet-Recherche ein bis zwei Stunden. Die Interviews dauern bisher durchschnittlich eine Stunde. Wenn ich gut aufgenommen habe, dauert das Schneiden, Kapitelmarken einfügen und den Text für das Blog schreiben drei Stunden. Es hat aber auch schon mal sehr viel länger gedauert.

Welche Technik verwendest Du für die Produktion?

Im Moment benutze ich ein in die Jahre gekommenes Mac Book 13“, das Roland Quad Capture (für zwei Personen ausreichend), zwei Sennheiser HME 46 Headsets, und Reaper als DAW (bald mit der Ultraschall Erweiterung von Ralf Stockmann).

audioguideMe-App-Havenrauschen-Screenshot

Über die Profilsuche (Suchfunktion auf Eurem eigenen Profil) gelangt Ihr zu den Projekten „Kleines Haus“ und „Stadtschnack“.

 

Bei der Konzeption Deiner Formate, gab es Überlegungen auch Videoaufnahmen mit einzubinden?

Klares Nein!
Video bringt aus meiner Sicht für diese beiden Podcasts keinen Vorteil. Im Gegenteil, der Vorteil beim Audio-Podcast ist eben der, das man ihn überall nebenbei konsumieren kann. Das ist bei Video nicht gegeben. Außerdem birgt Video noch mehr Möglichkeiten, Fehler zu machen.

Hast Du Tipps für Interessierte, die mit Podcasten anfangen möchten oder kürzlich angefangen haben?

Als allererstes Anfangen! Und dann – das gilt auch für mich – weitermachen und Konstanz erreichen. Technische Hilfe gibt es als Podcast (Der Lautsprecher, Phonolog) oder seit einiger Zeit auf youtube (Ultraschall).

Welche Podcasts hörst Du selbst regelmäßig? Kannst Du uns etwas empfehlen?

Alternativlos, Angegraben, Anyca.st, Bits und so, CRE, Das Knistern, Das Podcast Ding, Der Lautsprecher, Die Drei Vogonen, Die SchreibDilettanten, Die Welt fragt, Gunter Dueck antwortet, Fanboys, Fnordfunk, Freak Show, Geek Week, Hoaxilla, Incommunicado, Küchenradio, Little Brother, Logbuch:Netzpolitik, Medienradio, Mikrodilettanten, NachDenkSeiten, Not Safe for Work, Phonolog, Raumzeit, Spoiler Alert, Sternengeschichten, Troja Alert, Wikigeeks, Wir Müssen Reden, 1337Kultur.

Auf Deiner Website findet man, mit „monopteros“ und „küsten köche“, zwei Ankündigungen für weitere interessante Podcast Formate. Verrätst Du uns darüber schon etwas? Wie ist der Stand der Dinge?

Monopteros soll ein Podcast über die Windkraft werden. Die Idee, ist das gesamte Thema in die einzelnen Teilbereiche zu zerlegen und dann mit den entsprechenden Fachleuten zu besprechen. Der Kontakt zu den Entscheidungsträgern in diesem Bereich ist allerdings deutlich schwieriger, als bei den Kreativen mit denen ich bis jetzt Kontakt hatte. Ich bin aber zuversichtlich, dass es leichter wird dieses Projekt voranzubringen je häufiger und je besser die anderen Podcast-Folgen werden.

Küsten Köche soll kein Podcast werden, sondern ein Blog auf dem Rezepte und Bilder von Gerichten gezeigt werden, die ich zusammen mit Freunden Koche. Diese Koch-Runde war einmal sehr aktiv. Wir haben jede Woche reihum bei dem jeweiligen Gastgeber gekocht. Das ganze wollten wir festhalten. Durch familiäre Veränderungen bei drei von vier Gastgebern ruht das ganze. Der Platz ist aber schon einmal vorbereitet.

Wir möchten, dass unsere Plattform ein Platz für die verschiedensten ortsbezogenen Berichte und Geschichten wird. Hast Du für uns noch ein paar Tipps, oder gibt es Dinge, die Du Dir hierfür wünschen würdest?

Ich denke viel zu holen wäre bei Menschen, die Stadtteil-Kulturarbeit leisten. Denen müsstet ihr euer Tool erklären (klar machen wie einfach es ist Inhalte zu veröffentlichen) und es würden sich sehr viele Möglichkeiten auftun an die Ihr vielleicht noch gar nicht gedacht habt.

Eine weitere Quelle sind Bürgerradios und die offenen Kanäle. Hier ist Aufnahmetechnik vorhanden und viele Freiwillige die über Orte etwas aufnehmen.

 

Lieber Thorsten, wir danken Dir für dieses interessante Gespräch und freuen uns schon auf weitere Neuigkeiten aus Bremerhaven!

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